Fenja mit Grandy
„I don't know why, but with you I dance in a storm in my best dress- fearless.“

Grandy, geboren am 06.05.1996, ist ein 1.55 Meter großer Falbwallach, dessen Rasse nicht genau bekannt ist, eingetragen ist er als „sonstiges Pony/ Pferd“.
Fenja, geboren am 27.05.1992, ist Schülerin und seit dem 18.06.2010 Pferdebesitzerin.

„Ja, das erste Jahr als Pferdebesitzerin war ein ziemliches Auf und Ab der Gefühle mit vielen schönen aber auch etlichen traurigen Momenten. Ein Jahr voller Lachen aber auch der einen oder anderen Träne. Also, alles fing damit an, dass ich ein bisschen im Internet surfte und eigentlich auf der Suche nach einer Reitbeteiligung war. Da sah ich dann eine ganz süße Stute, die zum Verkauf stand. Ich schrieb schnell eine Email an die Verkäuferin und wir verabredeten uns für die nächste Woche zum Probereiten. Endlich war der Tag des Probereitens gekommen, ich wollte mit meiner besten Freundin dahin fahren. Als wir da waren, kam die Verkäuferin und sagte, dass sie die Stute schon verkauft hätte. Ich war natürlich total enttäuuscht. So fuhren wir also wieder Nachhause. Dort fiel meiner besten Freundin dann ein, dass bei ihr in der Reitschule ein Pferd zum Verkauf stand. Ich sagte halbherzig, dass ich ihn mir ja mal anschauen könnte. Mehr um ihr einen Gefallen zu tun als aus wirklichem Interesse, aber gut. Also haben wir mit der Besitzerin einen Termin zum Probereiten vereinbart.

Als der Tag dann gekommen war, bin ich hingefahren und wir gingen in den Stall. Und da sah ich ihn, meinen Süßen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Meine beste Freundin und ich haben ihn dann geputzt und fertig gemacht. Dann ging es in die Halle. Lief auch alles, nach ein paar Auseinandersetzungen ob er nun wirklich traben musste, super gut und ich war echt zufrieden, dafür dass ich vorher 6 Wochen nicht mehr geritten war. Nach dem Probereiten sprach ich dann mit der Besitzerin und sagte, dass ich ihn haben wollte, allerdings erst ein Stall finden müsste. Sie meinte, dass ich mich einfach melden sollte, wenn ich ihn abholen möchte. Gesagt, getan, ich also Nachhause gefahren und herum telefoniert, um ein Stall zu finden. Hatte dann auch schnell einen gefunden. Das größte Problem gab es allerdings noch zu lösen: Wie bekommen wir ihn hier raus? Nach langen Überlegungen und vielen Telefonaten rief meine Mutter dann die Eltern einer Freundin an, diese hatten einen Hänger und waren bereit, mein Pferd zu holen. Dann ging alles Schlag auf Schlag und wir vereinbarten, mein Pferd am nächsten Tag abzuholen.

Dann war also endlich der lang ersehnte Tag da, wir haben mein Pferd abgeholt! Ich war schon den ganzen Tag super aufgeregt. Um 4 Uhr war es dann endlich so weit. Meine Mama und ich sind zu diesen Bekannten gefahren, dort in deren Auto eingestiegen und los gefahren. Als wir dann im Stall waren fragte diese Bekannte, ob er sich denn gut verladen lässt. Das konnte uns allerdings niemand sagen. So dachten wir uns also alle, wird schon gehen. Also erst einmal mit der Besitzerin hingesetzt, Kaufvertrag unterschrieben und diese ganzen Formalitäten erledigt. Dann noch schnell Heu ins Heunetz gefüllt und dann ging es zu Grandy. Die Besitzerin führte ihn aus der Box und wir gingen raus. Das war ein Gefühl, sage ich euch!
Naja, auf den Hänger wollte der Herr dann natürlich nicht. Nach einer halben Stunde mit Bestechung, der Hilfe vieler netter Leute und 2 Longen hatten wir ihn dann drauf. Sind dann ins Auto, die Vorbesitzerin hat sich verabschiedet und los ging es. Während der 30 minütigen Fahrt dachte ich die ganze Zeit: Oh mein Gott! Dahinten im Hänger steht mein Pferd. Am Stall angekommen, hat die Stallbesitzerin ihn dann abgeladen, da ich selber viel zu nervös dafür war. Als er vom Hänger war, drückte sie mir den Strick in die Hand mit den Worten: Sein neues Zuhause zeigst du ihm aber. Ich also mit zittrigen Fingern den Strick genommen und los. Auf der Koppel ist er erst einmal herum gerannt und hat dann angefangen zu fressen, ich habe ihn noch eine Weile beobachtet und dann erst einmal etwas gegessen. Nach ca. zwei Stunden meinte die Stallbesitzerin dann, dass ich ihn mal in die Box bringen soll, es wäre genug für heute.

Wir bauten immer mehr Vertrauen auf und so beschloss ich, einen Tag mit einer Freundin zusammen zur Halle reiten zu wollen, wo zwei andere aus dem Stall schon waren. Dieser Weg dauert ca. 10 Minuten. Der Hinweg war sehr lustig. Wir lachten so viel, dass wir Probleme hatten, uns auf den Pferden zu halten. Bei der Halle angekommen ritten wir ein bisschen herum und wollten dann mit den anderen zusammen zurück. Auf dem Weg beschlossen wir dann noch ein Stück zu galoppieren. Das freute den Herren dann so sehr, dass er erst einmal buckelte. Da ich aber damit gerechnet hatte, war das kein Problem. Das Problem entstand erst, als mein Steigbügel auf einmal weg war und durch die Luft flog. Dieses sorgte nämlich dafür, dass ich elegant zur Seite runter fiel. Ich sammelte dann motzend den Steigbügel wieder ein und weiter ging es. Für unser Vertrauen war dieses allerdings nicht so förderlich.

Danach war es dann vorbei, ich fiel immer öfter runter, weil er buckelte. Der Grund dafür war, dass er ausgerenkt war und dadurch Schmerzen im Rücken hatte. Dieses wusste ich allerdings erst viel später. Also machte die Angst sich breit und ich ritt ihn eigentlich gar nicht mehr, ich nahm ihn nur mit in die Halle und longierte ihn und saß ohne Sattel ein bisschen auf seinem Rücken.
Dann passierte es. Er fing an zu husten. Erst probierten wir ihm Kräuter und Tee zu geben. Dieses half allerdings nicht so viel. Also rief ich eine Tierärztin, sie gab mir etwas Schleimlösendes und die Empfehlung, ihn eine Woche mit Regendecke raus zu stellen. Dieses tat ich dann. Aber ein paar Tage später bekam ich einen Anruf von den Mädels aus dem Stall. Grandy würde kaum noch Luft bekommen. So rief ich also einen anderen Tierarzt an, der dann mit der Diagnose kam, dass er so etwas wie Asthma hatte. Er meinte, dass er evtl. nicht mehr lange damit leben kann. Ich war natürlich nur am weinen. Da ich zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass er nicht gut mit Staub umgehen kann, beschloss ich also, dass er nochmal umgestellt werden muss. Ich machte mich also wieder auf die Suche. Nun steht er 24 Stunden draußen und ich habe ihn seitdem nicht einmal husten hören!

So nun hatte ich ihn also umgestellt. Das Vertrauen war allerdings nicht so da. Zu dem Zeitpunkt hatte ich also eine ziemliche Angst vor dem Galopp. Zu dem Zeitpunkt kam mein damaliger Freund dann immer mit zum Pferd und hat Grandy longiert, während ich drauf saß. Den einen Tag, als ich eigentlich nur schnell beim Pferd vorbei wollte, war ich also mutig. Ich setzte mich mit Longiergurt drauf, auch wenn ich nur eine Jeans an hatte. Ich dachte mir dann, okay, du galoppierst jetzt an, egal was passiert, einfach nicht darüber nachdenken. Und was soll ich sagen, es war super, er buckelte nicht einmal. Also arbeiteten wir weiter dran, probierten es mit Sattel und mit Zügel und ohne Longe und alles war super. So, nun war also endlich alles wieder gut. Ich lernte Grandy wieder zu vertrauen und wir hatten und haben auch immer noch eine Menge Unsinn im Kopf. Sowohl ich, wie auch mein Pferd.“